Der längste Fluss

Ich war ja bereits gestern auf einer Flusswanderung, doch heute kam die Steigerung: Der Kallang River, Singapurs längster Fluss. Allerdings ist auch dieser nur etwas über 10 km lang…

Ich nahm den Bus und fuhr etwa 30 Stationen bis ziemlich in die Inselmitte, zum Lower Peirce Reservoir. Wie jeder See hier wurde auch dieses aufgestaut um Regenwasser zu sammeln.

Nicht nur Regenwassersammlung, sondern auch Naherholungsgebiet: Das Lower Peirce Reservoir

Der Flussauslauf war unspektakulär: Da es nicht sehr fest regnete kam gar kein Wasser heraus. Nur etwas weiter unten hingegen war bereits ein kleines Bächlein sichtbar. Im oberen Teil verläuft dieses im Bishan-Ang Mo Kio Park, einem wirklich gelungen Park mit den üblichen Bänken, Velowegen, Sportgeräten und Infoschildern. Für mich besonders spannend waren natürlich die Pflanzen und Tiere, von denen es hier erstaunlich viele hatte: Der Kallang River ist hier renaturiert, was sich in Flora und Fauna zeigte.

Der Kanonenballbaum hat riesige Früchte (links unten) und wunderschöne Blüten (rechts oben), beide merkwürdigerweise direkt am Stamm.
Eine gelungene Renaturierung! Links sind Wohnhäuser zu sehen und im Hintergrund eine Baustelle. Wie gefühlt überall wird auch in Singapur viel gebaut, wodurch ich ziemliche Umwege machen musste.

Ich ging weiter durch den Park und konnte sogar einen Film der hier häufigen Bananenhörnchen machen. Dann stolperte ich beinahe in einen Otter hinein: Er war nur knapp neben dem Weg und kam sogar darauf – um dort zu kacken! Diese Tiere scheinen hier wirklich nicht scheu zu sein!

Ein wilder Otter. Der Zaun ist kein Tierkäfig, sondern der normale Beginn einer Brückenabschrankung.

Nach einem Eiskaffee mit Lavakuchen 😋 im klimatisierten Restaurant ging es gestärkt weiter. Der Park war zu Ende und der Bach verlief für eine gewisse Zeit in einem betonierten Kanalbett.

Trotz wenig natürlichem Bodengrund waren Tiere zu sehen, wie dieser Bindenwaran (hinten rechts).

Solche Warnschilder wie oben sieht man hier oft. Bei Regen füllen sich die Kanäle rasch und man sollte dann nicht unten sein.

Der Fluss wurde wasserreicher und die Ufer wieder grüner. Egal wo, es hatte stets enorm viele Fische in allen Grössen darin. Teils waren sie nur so gross wie Aquarienfische, viele etwa 20 cm und ab und zu sah ich auch solche mit mindestens einem halben Meter Länge. Oft schwammen Schildkröten und einmal sah ich einen Otter schwimmen und tauchen (erstaunlich schnell!)

Bei Stromschnellen sammelten sich haufenweise Fische. Rechts scheint ein oberirdisches U-Bahn-Depot zu sein.
Wie auch der Singapore River mündet der Kallang River in das Marina Bay Reservoir. Dieser ebenfalls künstliche See reicht bis zum Riesenrad (Mitte links). Wo der Fluss aufhört und der See beginnt ist nicht so klar.

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