Der Titel ist durchaus wörtlich zu nehmen, auch wenn ich das doch etwas relativieren muss…
Heute war ich im Dairy Farm Natural Park, einem Gebiet auf dem in den 1930er Jahren Kühe weideten, das heute aber wieder Wald ist. Die bis zu 600 Kühe wurden aus Europa importiert um hier vor Ort Milch zu produzieren (wohl für den Tee der europäischen Kolonialherren). Trotz tropischen Klimas funktionierte das anscheinend ganz gut, auch weil die Kühe nur morgens und abends draussen und über den heissen Mittag im Stall waren. Hier gibt es auch mehr als genug saftiges Grünfutter, dafür wurde ab und zu eine Kuh vom Tiger geholt.
Es ist erstaunlich, wie dicht der Wald bereits wieder ist. Die Artenvielfalt ist zwar immer noch bedeutend kleiner als bei Primärwald (der nie abgeholzt wurde), aber dennoch wieder ziemlich hoch.
Ich stand extra früher auf, um bereits um Neun vor Ort zu sein. Doch im Wald war es drückend heiss und enorm feucht, und es wehte gar kein Wind. Ich – und auch beinahe alle Wanderer, Walker und Velofahrer denen ich begegnete – hatten die Maske ausgezogen.
Gleich angrenzend liegt das Bukit Timah Nature Reserve, das Naturschutzgebiet um den Bukit Timah, den höchsten Gipfel Singapurs. Nun war es bereits Mittagszeit als ich hier ankam und ich bereitete mich auf noch heisseres Wetter vor. Aber zu meiner Überraschung war es hier kühler und es wehte ein leichter Wind.
Der Gipfel ist wohl bekannt, der Weg dorthin auch asphaltiert und gar nicht steil. Das Besondere ist aber, dass hier ein Stück des wenigen Primärwalds Singapurs vorhanden ist.
Auf etlichen Infoschildern wurden einige der Bäume erklärt. In diesem Waldstück wurden über 350 Baumarten gefunden (in der ganzen Schweiz 130), im gesamten Schutzgebiet gäbe es mehr Arten als in ganz Nordamerika! Die Vielfalt des Regenwaldes ist enorm.
Im Gebiet wird rege geforscht, erst kürzlich wurde eine neue Süsswasserkrabbe gefunden, die bisher nur hier gesichtet wurde.
Du bist mir sehr sympathisch, 163 m und du nennst es Berg. Wenn ich von unserem höchsten Berg (322m) erzähle, werde ich immer korrigiert (und ausgelacht) dass das kein Berg sei.