Zürich – das Hinterland

Naja, eine Reise nach Zürich ist nicht gerade fantasiereich, lebe ich doch hier schon seit ewigs… Es gibt aber auch in diesem Kanton Orte, an denen ich noch nie war, oder schon sehr lange nicht mehr.

Eines der letzteren ist das Schnebelhorn, der höchste Berg des Kantons Zürich, und Ziel einer mehrtägigen Primarschulexkursion anno 1988 (oder so).

Das Schnebelhorn liegt im Tössbergland, die hügelig-bergige Gegend um das Tösstal und seine Seitentäler. Ich mag die Gegend, sie ist zum einen sehr ländlich und waldig, aber auch historisch interessant durch die Industriealisierung, welche hier stark prägend war.

Kleine Dörfer, viele Wiesen und noch mehr Wälder

Der Aufstieg zum Schnebelhorn war anstrengender als in Erinnerung, aber vielleicht auch nur, weil ich ihn in einen Halbtag reinquetschte (der Kanton ist noch grösser) und es ziemlich heiss war. So oder so, die Wanderung war sehr schön, hier wirken die Wälder noch wild, obwohl viel getan wird: Ich kam an Waldhütten mit Holzmustern vorbei, an einer Bienenköniginnenzucht sowie an Dutzenden von Naturschutz-Infoschildern.

Absolut spektakulär war ein Wasserfall mit tiefem Auffangbecken. Besser sieht man ihn auf dem 360°-Video.

Die Töss ist ein merkwürdiger Fluss. Da sie grösstenteils unterirdisch fliesst, sieht man sie meist als breites, aber fast ausgetrocknetes Bachbett. Nur vor den Wasserfällen tritt sie in Erscheinung. Wasserfälle mit einem «Halbbogen» dahinter nenn man Giessen, sie sind typisch für die Gegend und den Gesteinsuntergrund aus Nagelfluh (Wer mehr wissen möchte, soll eine Zürcher Primarlehrer*in fragen, zumindest zu meiner Zeit war das ein Riesenthema in der Mittelstufe)

Was Wasser alles mit Nagelfluh gestalten kann. Auch von diesem Wasserfall gibt’s ein 360°-Video.

Der Weg ging nun sehr steil aufwärts, mit aussergewöhnlich vielen Insekten (Schmetterlinge, Heuschrecken, Libellen (!), Bremsen 🙁 ), bis ich die schöne Aussicht vom Schnebelhorn geniessen konnte. Es war leicht dunstig, sodass die beiden St. Galler, welchen ich begegnete, leicht enttäuscht waren, dass sie den Säntis nicht sahen… Mir jedoch gefiel die Sicht, auch von der Hirzegg aus, welche ich auf dem Abstieg noch besuchte (beides in einem 360°-Video)

Panorama-Blick vom höchsten Punkt des Kantons Zürich.

Wieder im Tal ging ich vom Süden – über einen kleinen Zwischenhalt in Winterthur – in den Norden des Kantons, ins Zürcher Weinland. In dieser Gegend um den Fluss Thur werden viele Reben angebaut, Hauptort ist Andelfingen.

Andelfingen hat noch viele alte Fachwerkbauten, zusammen mit dem kleinen Schloss und der alten Brücke über die Thur ist die Gemeinde einen Besuch wert.

Alte Gebäude in Andelfingen. Man beachte den schlafenden Hund im Polizeiauto.
Die Brücke gibt es schon seit dem Mittelalter, sie wurde aber neu aufgebaut, als Napoleon von Andelfingen aus die Russen auf der anderen Flussseite bekämpfte

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